Funfzehnter Auftritt


[263] Die Vorigen, Valerio, Alonso, die Musikanten.


VALERIO. Brav, brav, ihr Kinder, das sieht tapfer drein, – Zu den Musikanten. ihr verteilt euch links und rechts in die Stuben, und wer von den Feinden hineinkömmt, den faßt ihr! Diese beiden Stuben stellen gleichsam Mausefallen vor.

GEIGER. So müßt Ihr den Pfeifer in Stocke reißen, denn die Mäuse gehen nur nach Speck.[263]

PFEIFER. Der Geiger wird wie eine hungrige Katze die Mäuse fangen, um etwas in den Leib zu kriegen.

VALERIO schiebt den Pfeifer und einige andere in die Stube rechts. Hier ist also die Mausefalle. Wenn ich mit dem Fuß stampfe, wißt ihr, was ihr zu tun habt – Schiebt den Geiger und die andern in die Stube links. und hier ist also die Mausekatze; wenn ich das Zeichen mit dem Fuße gebe, so wißt ihr, was ihr zu tun habt.

DIENER kommt. Es hat sich am Hinterpförtchen eine alte Zigeunerin eingefunden, sie will mit Euch sprechen; sie sagt, sie bringe dem Hause Frieden.

VALERIO. Gehe hinab, Adjudant, und ist sie kein Spion, so bringe sie herauf! Man muß den Finger Gottes achten, sonst schlägt er einem auf die Pfoten. Valeria und Diener ab. So könnte dann der Feind in Gottes Namen kommen!

PONCE. Ich bin bereit.

DIENER stürzt herein. Ach, um Gottes willen! um Gottes willen! sie kommen, sie kommen! alle durchs Hinterpförtchen herein.

VALERIO. Schurke, packe dich, halt sie auf, da sollten sie ja nicht herein! Diener ab.

PONCE. Ruhig, ich empfange sie. Geht gegen die Tür.


Quelle:
Clemens Brentano: Werke. Band 4, München [1963–1968], S. 263-264.
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