1063. An Erich Bachmann

[68] 1063. An Erich Bachmann


Wiedensahl 7. März 96.


Lieber Erich!

Ich möchte doch eben mal anfragen, wie es bei Euch geht, seit ich dort war. – Du und Erich, ihr zwei, seid nun wohl viel unterwegs in brandkaßlichen Geschäftsangelegenheiten. Oder seid ihr schon fertig damit?

Ich selber blieb damals noch etwa acht Tage in Hattorf und bin nun so weit ganz gemüthlich wieder zu Haus. Vor die Thür komme ich fast gar nicht. Ein paar mal harkte ich im Garten und schnittcherte am Bosket herum. Dann wurde aber das Wetter doch zu abscheulich. Regen und Wind und Schloßen, ein rechtes Aprilwetter. Gestern hatten wir abends Sturm mit Hagel und auch heute weht es noch stark. Es wäre mir lieb, wenn's bald anders würde, damit ich etwas draußen herum kramen könnte.

Auch ihr, denk ich, werdet euch nach gutem Wetter sehnen, sowohl für's Feld, wie auch für die Fahrten auf den 25 Dörfern herum.

Lebt alle recht wohl! Und schreib bald mal Deinem getr. Freunde

Wilhelm.[68]

Quelle:
Busch, Wilhelm: Sämtliche Briefe. Band II: Briefe 1893 bis 1908, Hannover 1969, S. 68-69.
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