701. An Hermann Nöldeke

[289] 701. An Hermann Nöldeke


Wiedensahl 4. Sept. 87.


Lieber Hermann!

Hoffentlich ist euer zweiter Einquartierter ebenso gemüthlich, wie Sophiechen von dem ersten berichtet. Es wird wohl nicht derselbe Runkel mehr sein, der, wie Mutter erzählt, im Jahr 68 hier auf der Pfarre in Quartier lag. – Also morgen zieht er ab, und damit ihr auch ferner hübsch mobil bleibt, denk ich am Dienstag Nachmittag, 12 Uhr 10 aus Hannover, bei euch einzurücken.

Adolf ist gestern nach Bückeburg bis Morgen; dann wird auch Otto wohl bald wieder heimkehren.

Bei der großen Wäsche vor einigen Tagen versagte die Pumpe, infolge der vereinten Trockenheit dieses und des vergangenen Jahres. Die Wäsche ist bis auf Weiteres unterbrochen. Regen wird sehnlichst erwartet. Heute musselt es ein wenig, ohne sich zu einem ausgiebigen Erguße entschließen zu können. Solltet ihr in Hattorf auch Regen gebrauchen und er kommt, wenn ich da bin, so werde ich mich mit der Weisheit der Rehburger dabei zu benehmen wißen.

Herzliche Grüße an euch von Mutter, Else, Helene und Elschen Kleine und

deinem getr. Onkel Wilhelm.

Quelle:
Busch, Wilhelm: Sämtliche Briefe. Band I: Briefe 1841 bis 1892, Hannover 1968, S. 289.
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