DAs Buch Hiob handelt diese Frage / Ob auch den Fromen vnglück von Gott widerfare? Hie stehet Hiob feste / vnd helt / Das Gott auch die Fromen on vrsach / allein zu seinem lobe peiniget. Wie Christus Johan. ix. von dem der blind geborn war auch zeuget.

DA wider setzen sich seine Freunde / vnd treiben gros vnd lange Geschwetz / wöllen Gott recht erhalten / das er keinen Fromen straffe / Straffe er aber / so müsse der selbige gesündigt haben. Vnd [274a] haben so ein weltliche vnd menschliche gedancken von Gott vnd seiner Gerechtigkeit / als were er gleich wie Menschen sind / vnd seine Recht wie der welt recht ist.

WJewol auch Hiob / als der in Todsnöten kompt /aus menschlicher schwacheit zu viel wider Gott redet / vnd im leiden sündiget / Vnd doch darauff bleibet / Er habe solch leiden nicht verschuldet fur andern / wie es denn auch war ist. Aber zu letzt vrteilt Gott / Das Hiob / in dem er wider Gott geredt hat im leiden / vnrecht geredt habe / Doch was er wider seine Freunde gehalten hat von seiner vnschuld fur dem leiden / recht geredt habe. Also füret dieses Buch diese Historia endlich da hin / Das Gott allein gerecht ist /

Quelle:
Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.
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