e.

[389] Zu Blexen ist ein Köterhaus, das ehemals das Haupthaus für eine große Bauernstelle gewesen ist. Der Bauer, Hayen mit Namen, trieb aber eine solche Verschwendung mit Wohlleben und Gastereien, daß er all seinen Reichtum zusetzte und ein Stück Land nach dem andern verkaufen mußte, bis zuletzt nur das Haus als Köterhaus übrig blieb. Die Gäste, die Hayen in seinem Hause bei sich sah, waren manchmal so zahlreich, daß man mit sieben großen Löffeln zugleich nicht Speise genug aufgeben konnte. Daher sagt man sprichwörtlich von einem Hause, wo viel Gäste erscheinen und mit Essen und[389] Trinken Aufwand getrieben wird: »Et geiht der här as in Hayen Hus to Blexen, dar ward mit säben Sleewe tomal upgäwen.«

Quelle:
Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg 1–2, Band 2, Oldenburg 21909, S. 389-390.
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