ἐπι-τίθημι

[992] ἐπι-τίθημι (s. τίϑημι), 1) daraufsetzen, -legen, -stellen, κρατὶ κυνέην, ἐπιϑήσει φάρμακα, wird Heilmittel auflegen, Il. 4, 190, κεφαλῇ δ' ἐπέϑηκε καλύπτρην, einen Schleier auf den Kopf, Od. 5, 232; τύμβον τε χῶσον κἀπίϑες μνημεῖά μοι Eur. I. T. 702; στήλην λίϑου ἐπέϑηκαν Her. 7, 183; ὀϊστόν, einen Pfeil auflegen, 5, 105; öfter τινί τι, Thuc. 7, 36; Xen. Oec. 17, 9; ζυγά τινι Cyr. 3, 1, 27; mit der Präposition, ἐπὶ πυρᾶς ἐπιϑέντες τὸν νεκρόν Thuc. 2, 52; ἀσκοὺς ἐπὶ τῶν ὄνων Her. 2, 121, 4; – c. gen., τινὰ λεχέων, Jem. auf das Lager legen, Il. 24, 589; – ἐπὶ τὰ στέρνα τὴν κεφαλήν, Xen.; – bes. – a) Speisen aufsetzen, auftragen, εἴδατα πόλλ' ἐπιϑεῖσα, oder richtiger: hinzusetzend, noch dazu auftragend, Od. 1, 140, vgl. ἐπὶ δέ σφι τίϑει χρύσεια κάνεια [992] 10, 355. vom Opfer, ἐπὶ μηρία ϑέντες Ἀπόλλωνι κλυτοτόξῳ, eigtl. auf den Altar legen, opfern, 21, 267; οὐδ' ἂν ϑύσαιμ' οὐδ' ἂν σπείσαιμ' οὐδ' ἐπιϑείην λιβανωτόν Ar. Nub. 425; λιβανωτὸν ἐπιτιϑείς Vesp. 96; Antiph. 1, 18. – b) ὄνομα, einen Ramen beilegen, geben, Plat. Conv. 205 b Crat. 424 d. – c) Strafe u. ä. auflegen, σοὶ δὲ ϑωὴν ἐπιϑήσομεν Od. 2, 192; χαλεπὴν ἀμοιβήν Hes. O. 332; αἵματος δίκην Eur. Or. 500; δίκην, ζημίαν τινί, ἄποινα, Her. 1, 144. 4, 43. 9, 120; Xen. Cyr. 1, 2, 2 u. A.; δίκην Plat. Critia. 106 b u. öfter; ἐπὶ πᾶσι τάξεις καὶ ζημίας Legg. VII, 823 c; τιμω ρίαν ὑπὲρ ὧν τοὺς ἄλλους ἠδικουν ἐπέϑηκαν Dem. 60, 11; Sp., wie Plut. Fab. Max. 9 u. öfter; μισϑόν τινι Pol. 5, 18, 8. – So Unglück, Schmerzen auferlegen, zu Theil werden lassen, in tmesi, ϑήσειν γὰρ ἔτ' ἔμελλεν ἐπ' ἄλγεά τε στοναχάς τε Τρωσί Il. 2, 39; οἷσιν ἐπὶ Ζεὺς ϑῆκε κακὸν μόρον, über die er verhängte, 6, 357; ἀνάγκην Xen. Lac. 10, 7. – d) τέλος μύϑῳ ἐπιϑήσεις, der Erzählung ein Ziel setzen, sie in Erfüllung gehen lassen, Il. 19, 107. 20, 369, wie Isocr. 6, 77; übh. ein Ende machen, beendigen, τῷ μύϑῳ τέλος οὐκ ἐπέϑεμεν, Plat. Polit. 277 b Prot. 348 a; ἤδη κολοφῶνα ἐπιτίϑης τῇ σοφίᾳ, gleichsam den Schlußstein daraufsetzen, Euthyd. 301 e (vgl. κολοφών) ähnl. Dem. 21, 18 δύο ταῦτα ὡσπερεὶ κεφάλαια ἐφ' ἅπασι τοῖς ἑαυτῷ νενεανιευμένοις ἐπέϑηκεν, er setzte seinen Thorheiten gleichsam die Krone auf; – πίστιν ἐπιϑεῖναι, einen Schwur darauf setzen, beschwören, Dem. 29, 33. 49, 42; – λίϑον ἐπέϑηκε ϑύρῃσιν, er setzte einen Stein vor die Thür, Od. 13, 370. 9, 243, mit dem Nebenbegriff des Verschließens; ϑύρας ἐπέϑηκε φαεινάς 21, 45, wie ὡςεί τε φαρέτρῃ πῶμ' ἐπιϑείη 9, 314, den Deckel auf den Köcher legen, ihn verschließen; νέφος ἐπιϑεῖναι, Ggstz ἀνακλίνειν, vorschieben, d. i. den Himmel schließen, von de n, Horen, Il. 5, 751. 8, 395 λόχον, vom trojanischen Pferde, Od. 11, 25 (vgl. ἐπίκειμαι). – Uebertr., φρένα, nur in tmesi, den Geist auf Etwas hinrichten, auf Etwas achten, Hom.; – auftragen, zur Besorgung übergeben, βιβλίον ἐς Αἴγυπτον ἐπέϑηκε Her. 3, 42; Ἀλκαῖος ἐν μέλει ποιήσας ἐπιτιϑεῖ εἰς Μιτυλήνην, 5, 95; ἐπιστολήν Dem. 34, 28, was Harpocr. durch παρέδωκε erkl. Vgl. med. 3). – 2) hinzusetzen, hinzufügen, κτήματα δ' ὅσσ' ἀγόμηνπάντ' ἐϑέλω δόμεναι καὶ οἴκοϑεν ἄλλ' ἐπιϑεῖναι, u. noch andere von meinem eigenen Besitzthume hinzufügen, Il. 7, 751, 23, 796; Od. 22, 62, μήτε τριηκόντων ἐτέων μάλα πόλλ' ἀπολείπων μήτ' ἐπιϑεὶς μάλα πολλά Hes. O. 695, weder viel unter. noch über dreißig Jahre; Sp. – Als Epitheton brauchen, Schol. Ap. Rh. 2, 118. – Med., 1) sich aufsetzen. στεφάνην κεφαλῆφιν Il. 10, 30; ἐπὶ δ' ἔϑεντο κισσίνους στεφάνους Eur. Bacch. 701; οὑκ ἐπιϑήσομαι ἐμῷ κάρᾳ κτύπημα χειρὸς ὀλοόν Andr. 1211; Sp.; χεῖρας στήϑεσσί τινος, seine Hände auflegen, Il. 18, 317. – 2) sich an Etwas machen, sich auf Etwas legen, angreifen, unternehmen; absolut, Her. 3, 76, δικαιοσύνην ἐπιθέμενος ἤσκεε 1, 96. vgl. 6, 60; gew. c. dat., ναυτιλίῃσι 1, 1 ναυκληρίᾳ Lys. 6, 19. ἑπιϑέσθαι τῇ πείρα ἠπυίγετο Thuc. 7, 42, versuchen; τῷ ἔργῳ Xen. Mem. 2, 8, 3; κυβερνητικῇ Plat. Polit. 299 b; ἐπιϑησόμεϑα τοῖς πολιτικοῖς Gorg. 527 b; c. inf., ἐλέγχειν τὸν λόγον ἐπιϑησόμεϑα Soph. 242 ο, wie Isocr. 5, 1; τῇ καταλύσει τοῠ δήμου, mit der Auflösung der Demokratie umgehen, Aesch. 3, 235; Sp., von denen D. Sic. 15, 80 auch akt. τῷ κινδύνῳ ἐπιϑείς sagt; – bes. im feindlichen Sinne, sich an Etwas machen, angreifen, anfallen, bes. plötzlich, od. aus dem Hinterhalte, unvermuthet, τινί, Her. 6, 108. 7, 125 u. öfter; auch aor. I, πρώτοισι ἐπεϑήκατο 1, 26; Thuc. u. Folgde; Μέλητός μοι ἐπέϑετο, vom gerichtlichen Angriff, Plat. Apol. 23 c, τῷ πατρικῷ λόγῳ Soph. 242 a. – 3) auftragen, befehlen, ἐπιϑέμενος ταῠτα ἐμοί Her. 1, 111; 3, 63; οὐκ ὤκνησεν ἐπιϑέσϑαι τοῖς οἰκείοις ἐπιγράψαι τῷ μνήματι τάδε Ath. XI, 465 d. – 4) daran, darauf setzen, wie im act., mit besonderer Beziehung auf das subj., πύλας μεγάλας τοῖς ὠσὶν ἐπίϑεσϑε Plat. Conv. 218 b, eure Ohren verschließet; λόγον ἐπ' αὐτῇ νόμον ὕστερον ἐπιϑώμεϑα Legg. XI, 918 a; σῖτον τῶν οἰκετῶν ἐπὶ τὴν αὑτοῦ τράπεζαν, sich auftragen lassen, Xen. Cyr. 8, 2, 3; – ἐπέϑεντο ϑάνατον ζημίαν Thuc. 2, 24. – So auch Aesch. τόδ' ἐπέϑου ϑύος δημοϑρόους τ' ἀράς, du zogest dir zu, Ag. 1383. – Plut. u. a. Sp. brauchen auch den aor. pass. in der Bdtg des med.

Quelle:
Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Braunschweig 31914, Band 1, S. 992-993.
Lizenz:
Faksimiles:
992 | 993
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika

Buchempfehlung

Spitteler, Carl

Conrad der Leutnant

Conrad der Leutnant

Seine naturalistische Darstellung eines Vater-Sohn Konfliktes leitet Spitteler 1898 mit einem Programm zum »Inneren Monolog« ein. Zwei Jahre später erscheint Schnitzlers »Leutnant Gustl" der als Schlüsseltext und Einführung des inneren Monologes in die deutsche Literatur gilt.

110 Seiten, 6.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon