Affinität – Das Wort bezeichnete im Lateinischen deutlich die Nachbarschaft, sodann ... ... Gemeinsprache die Verwandtschaft durch Heirat, also Verschwägerung im Gegensatze zur Blutsverwandtschaft, cognatio. Die ältere Logik, welche einen Grund für die Assoziierbarkeit der Begriffe suchte, fand ihn ...
Anderheit (alteritas): Übersetzung der heterotês bei ARISTOTELES bei PLATO: heteron Verschiedenheit der Gattung (Met. X, 8, 1058a 7). » Alteritas « bei BOËTHIUS (Comm. Isag. p. 33), »Alietas« bei THOMAS. ...
Conjectur (coniectura): Vermutung , Mutmaßung, indirecte, aus Anzeichen stammende Erkenntnis . Nach NICOLAUS CUSANUS ist alles Wissen vom Wesen ... ... est, omnem humanam veri positivam assertionem esse coniecturam«. »Cognoscitur igitur inattingibilis veritatis unitas alteritate coniecturali« (De coniect. 1).
Empfinden : 1) im älteren, weiteren Sinne = sich erregt fühlen, einen Zustand bemerken; 2) im engeren Sinne = eine Empfindung (s. d.) haben.
Logokratie – Die Griechen, unsere Älterlehrer in der Wortkunst und so vielen Mißbräuchen ... ... ausüben. Wir glauben heute zu wissen, daß die mächtigsten Schlagworte des Mittelalters (Statthalterschaft Christi, Hexen) Scheinbegriffe waren; aber nur wenige unter uns sind ... ... Realpolitik (das Wort ist etwa zehn Jahre älter als die Inauguration dieser Politik durch Bismarck) will sich ...
Doppel-Ich (Doppeltes Bewußtsein ; double conscience, alternance de deux personnes: RIBOT) heißt die Spaltung des empirischen Ich in eine Zweiheit von Persönlichkeiten . Nach DESSOIR ist die Persönlichkeit »aus mindestens zwei deutlich trennbaren Sphären zusammengesetzt, die jede ...
Altruismus (nlt. v. alter = der andere, vivre pour autrui) nennt A. Comte (1798-1857) die aus der Liebe zum Nächsten hervorgehende Denk- und Handlungsweise. Der Altruismus ist der Gegensatz zum Egoismus . Comte sieht in ihm ...
Quietismus (vom lat. quies = Ruhe ) heißt diejenige Lebensauffassung ... ... will. Solche Quietisten oder Hesychasten finden sich unter den Buddhisten, im Altertum unter den Mystikern, im Mittelalter (Meister Eckhardt, Tauler) und in der neueren Zeit , im 17. ...
Euthanasie (gr. euthanasia ) heißt ein leichter, sanfter Tod oder die Kunst , dem Sterbenden den Tod zu erleichtern; Euthanasie bedeutet auch die Kunst , gut zu sterben, die eine ethisch-ästhetische Forderung des Altertums war.
Ephektiker ( ephektikoi ): Bezeichnung für die Skeptiker des Altertums (wegen der epochê , Enthaltung vom Urteilen , Dig. L. IX, 11, 70).
Todesstrafe (poena capitalis) oder Strafe am Leben ist die Strafe , welche in der gewaltsamen Tötung eines Verbrechers besteht. Seit alter Zeit hat man sie bei allen Völkern und zu allen Zeiten als ...
Nervengeist (lat. spiritus animalis), Lebensgeist , heißt bei älteren Philosophen das zwischen Leib und Seele vermittelnde Medium . Schon die Stoiker reden davon im Anschluß an die Quintessenz des Aristoteles (vgl. Äther ), die Neuplatoniker , ...
Bonaventura (eig. Johann Fidanza) , »Doctor seraphicus ... ... Haies, gest. 1274, 1482 kanonisiert. B. ist einer der Hauptvertreter der mittelalterlichen Mystik , der (neben Aristoteles ) von Plato, Augustinus, älteren Mystikern, Alexander von Haies, Avicebron u. a. beeinflußt ist. Die ...
Höflichkeit , eigtl. höfisches Benehmen im Gegensatz zur »Dörperheit« ( ... ... Handlung diejenige Aufmerksamkeit zu beweisen, die ihnen nach ihren Standes-, Geschlechts- und Altersverhältnissen und nach den Sitten des Landes zukommt. Gleichaltrigen Freunden und Verwandten ...
Physiologie (gr. physiologia , von physis = Natur , ... ... jetzt die Lehre von den Funktionen der organischen Wesen , während man im Altertum darunter soviel als Physik verstand. Es gibt eine Pflanzen -, Tier ...
Lebensstoff : Als einen solchen denken sich einige ältere Vitalisten (s. d.) die Lebenskraft (s. d.).
Physiognomik (gr. physognômonikê sc. sophia , v. physis ... ... Schluß auf seinen Charakter zu machen. Die ersten Versuche der Physiognomik fallen ins Altertum. Im Mittelalter beschäftigten sich Albertus Magnus, Battista della Porta und Campanella mit Physiognomik; ...
Modification : Veränderung des Modus , Zustandsänderung, Abänderung Abart, ... ... CHR. WOLF definiert: » Variationem modorum, hoc est successionem modi unius in locum alterius a se diversi, appellamus modificationem rei« (Ontolog. § 704). Nach K. ...
Henotheismus (v. gr. heis und theos ), Eingottlehre, heißt nach Max Müller (1823-1900) die Vorstufe des Monotheismus , ... ... aber die Existenz anderer Götter nicht geleugnet wird. Dies ist der Standpunkt des älteren Mosaismus. Vgl. Kathenotheismus .
Exteriorität : Äußerlichkeit , Außer-uns (s. d.). Nach RENOUVIER ist die »altérité« »extériorité« der Monaden (s. d.) unmittelbar im Bewußtsein gegeben (Nouv. Monadol. p. 7 ff.).
Buchempfehlung
Ein reicher Mann aus Haßlau hat sein verklausuliertes Testament mit aberwitzigen Auflagen für die Erben versehen. Mindestens eine Träne muss dem Verstorbenen nachgeweint werden, gemeinsame Wohnung soll bezogen werden und so unterschiedliche Berufe wie der des Klavierstimmers, Gärtner und Pfarrers müssen erfolgreich ausgeübt werden, bevor die Erben an den begehrten Nachlass kommen.
386 Seiten, 11.80 Euro
Buchempfehlung
Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Für den dritten Band hat Michael Holzinger neun weitere Meistererzählungen aus dem Biedermeier zusammengefasst.
444 Seiten, 19.80 Euro