Zweifelhafte, falsche und gefälschte Fragmente

[102] 126a. Nach dem Gesetze der Zeiten aber wird die Siebenzahl bei dem Monde zusammengerechnet, gesondert aber erscheint sie bei den Bären, den beiden Sternbildern unvergänglichen Gedenkens.

[102] 126b. Stets wächst das eine so, das andere so, je nach seinem Bedürfnis.

127. Wenn es Götter gibt, weshalb beweint ihr sie? Wenn ihr sie aber beweint, haltet sie doch nicht mehr für Götter!

128. Sie beten zu den Götterbildern, die nicht hören, als ob sie Gehör hätten, die nichts zurückgeben, wie sie ja auch nichts fordern könnten.

129. Pythagoras, des Mnesarchos Sohn, hat von allen Menschen am meisten sich der Forschung beflissen, und nachdem er sich diese [103] Schriften auserlesen, machte er sich daraus eine eigene Weisheit: Vielwisserei, Künstelei.

130. Man soll nicht so spaßhaft sein, daß man selbst zum Spaße wird.

131. Selbstdünkel ist Fortschritts Rückschritt.

132. Ehrenbezeugungen verknechten Götter und Menschen.

133. Böse Menschen sind die Widersacher der wahrhaftigen.

134. Bildung ist den Gebildeten eine zweite Sonne.

135. Der kürzeste Weg zum Ruhm ist gut zu werden.

136. Seelen im Kriege gefallen sind reiner als Seuchen erlegene.

137. Denn es gibt auf alle Fälle Schicksalsbestimmungen . . .

Quelle:
Die Fragmente der Vorsokratiker. Griechisch und Deutsch von Hermann Diels. 1. Band, Berlin 41922, S. 102-104.
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