Welt

[691] Welt (v. mhd. werlt, ahd. weralt, eigentlich das Zeitalter, s. a. saeculum) bezeichnet die Gesamtheit dessen, was ist (Universum). Mit den Fortschritten der Astronomie haben sich die Vorstellungen von der Größe und Einrichtung des Weltgebäudes (Kosmos = Schmuck, Ordnung, mundus) geändert. Die Lehre von dem Ursprung, dem Wesen, der Dauer und dem Ende der Welt entwickelt die Kosmologie (s. d.). Früher schied man die sichtbare (mundus sensibilis) von der übersinnlichen (m. intelligibilis); die Naturphilosophen des 16. Jahrhunderts stellten dem Makrokosmos (der Welt) den Menschen als Mikrokosmos gegenüber. Schopenhauer (1788-1860) sieht in der Welt einerseits Willen (Ding an sich), andrerseits ist ihm die Welt unsere Vorstellung (Welt der Erkenntnis). Vgl. Metaphysik,[691]

Quelle:
Kirchner, Friedrich / Michaëlis, Carl: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe. Leipzig 51907, S. 691-692.
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