686. An Erich Bachmann

[283] 686. An Erich Bachmann


Wiedensahl 17. April. [1887]


Lieber Erich!

Was hast du denn über Ems beschloßen? Du läßt das Emser Waßer immer in Flaschen kommen. Nun höre ich von Bruder Hermann, daß man statt deßen jetzt mit demselben Erfolge das Emser Salz gebraucht, ein Pulver, welches man in heißem Waßer löst. Es ist billiger und bequemer. Willst du's nicht auch mal versuchen?

Bis heute liegt also die Wahlliste in Hattorf aus und wird dann an's Konsistorium zur Bestätigung geschickt. Der Superintendent in Bergen hatte auch die Superintendentur in Soltau zu versehn und daher eine Hülfe sehr nöthig. Da nun Soltau in 14 Tagen wieder besetzt wird, Hermann also dann in Bergen leichter abkömmlich ist, so wird das Konsistorium wohl bald eine Entscheidung treffen und Hermann, aller Voraussicht nach, zu Pfingsten mindestens seine neue Pfarre antreten. – Die Hochzeit soll in Bückeburg sein, eine Doppelhochzeit, da auch die Stiefschwester von Hermann's Braut, verlobt mit einem Lehrer aus Braunschweig, am gleichen Tage zu heirathen gedenkt.

Seine Antrittsbesuche hat Hermann, abgesehn von Lehrern und Kirchenvorstehern vielleicht, jedenfalls ohne jede Nebenrücksicht der Reihe nach zu machen, so daß er an einem Ende des Dorfes anfängt und am andern wieder aufhört.

Leb wohl, lieber Erich, und sei sammt den Deinigen aufs herzlichste gegrüßt von deinem getr. Freunde

Wilhelm

Quelle:
Busch, Wilhelm: Sämtliche Briefe. Band I: Briefe 1841 bis 1892, Hannover 1968, S. 283.
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