CVII

[113] Nicht eigne angst noch der prophetische geist

Der weiten welt der künftige dinge ahnt

Auf meiner treuen liebe ablauf weist

Und an verfall zu fester frist gemahnt.


Der menschen mond strahlte nach finsternis

Und trübe magier spotten eignen spruchs.

Das reich der schwankungen ward nun gewiss ·

Friede ruft palmen aus von ewigem wuchs.


Jezt in dem träufeln so balsamischer zeit

Blickt meine liebe frisch und Tod gibt nach

Da trotz ihm mein arm lied mir dauer leiht ..

Er schlage menschen dumpf und ohne sprach!


Und dir wird hierin ein gedächtnismal

Wenn herrscher-reif verfiel und gruft von stahl.[113]


Quelle:
George, Stefan: Shakespeare. Gesamt-Ausgabe der Werke, Band 12, Berlin 1931, S. 113-114.
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