Am 8ten Februar 1815

[85] Ich sang von wildem Schlachtgetümmel,

Von kühner Helden Sieg und Grab;

Da stahl ein Glanz sich, wie vom Himmel,

Auf mein erzürntes Lied herab.


Und als ich jetzt die Augen wende,

Woher das helle Leuchten sey,

Da geht, als ob sie Frieden sende,

Die Liebste freundlich mir vorbey.


Und sah ich sie auch nur von ferne,

Und hat sie mein auch nicht gedacht,

Doch waren holde Liebessterne

Mir schnell im dunkeln Lied erwacht.


O Lied, wie gleichst du meinem Herzen,

Das trüb' und freudig, sanft und wild

Im engen Raume Lust und Schmerzen

Und Kampf und Liebe stets umhüllt!

Quelle:
Ernst Schulze: Sämmtliche poetische Schriften, Band 3, Leipzig 1819–1820, S. 85-86.
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