Metalloide

[409] Metalloide (Nichtmetalle), diejenigen chemischen Elemente, welche nach Abzug der Metalle übrigbleiben.

Nach der Einteilung des periodischen Systems sind dies die folgenden Gruppen von Elementen:


Metalloide

Wie man sieht, zählen zu den Metalloiden Gase, wie Stickstoff, Sauerstoff, Chlor, feste Körper, wie Schwefel, Phosphor, Jod, und schließlich das flüssige Brom. Hieraus ergibt sich, daß von einer vergleichenden Uebersicht ihrer physikalischen Eigenschaften nicht gesprochen werden kann. In chemischer Beziehung kann man die Metalloide als diejenigen Elemente definieren,[409] welche mit dem Wasserstoff und einer Reihe von einwertigen Kohlenwasserstoffgruppen flüchtige Verbindungen einzugehen vermögen, deren Sauerstoff Verbindungen (Oxyde) im allgemeinen als Anhydride von Säuren zu betrachten sind und sich dementsprechend mit Wasser zu Säuren vereinigen, deren Schwefelverbindungen meist durch Wasser zersetzt werden. In der obengegebenen Reihenfolge sind die untereinander stehenden Elemente die einander chemisch ähnlichen; die einzelnen Gruppen ergeben sich aus der Zusammenstellung selbst. Die fünfte Gruppe wird als die Gruppe der Halogene bezeichnet. Das Bor besitzt unter den Metalloiden kein Analogon. Nach ihrer Fähigkeit, flüchtige Wasserstoffverbindungen zu liefern, gehören Arsen und Antimon zu den Metalloiden, anderseits besitzen sie, wenn auch schwach ausgeprägte metallische Eigenschaften, so daß sie auf der Grenze zwischen Metallen und Metalloiden stehen und demgemäß in Klammern gesetzt sind. Daß die Metalloide sich mit den Metallen zu sehr beständigen Verbindungen vereinigen, ist. bereits im Art. Metalle erwähnt worden. Auch untereinander vermögen die Metalloide zu mehr oder weniger unbeständigen Verbindungen zusammenzutreten, zu denen daher die reaktionsfähigsten Substanzen, welche die Chemie überhaupt kennt, wie Chlorphosphor, Chlorstickstoff, die Oxyde des Stickstoffs, Phosphors, Schwefels, die Chlorsäuren u.s.w., gehören.

(W. Kerp) Rathgen.

Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 6 Stuttgart, Leipzig 1908., S. 409-410.
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