Erster Abschnitt.

[436] 1. Weil das Begehrte und Verabscheute verschiedene Ursachen sind, und sich gegenseitig ausschliessen, sind Wohl und Wehe verschiedene Zustände.

2. Und ein Beweis, dass (Wohl und Wehe) etwas von dem Wissen Verschiedenes sind, ist dies, dass (in ihnen) Zweifel und Gewissheit nicht enthalten sind.

[436] 3. Da diese beiden durch Wahrnehmung und Schluss entstehen (nicht aber Wohl und Wehe dadurch entstehen, so ist Wohl und Wehe vom Wissen verschieden).

[437] 4. Auch (durch eine solche Bestimmung, wie:) es war (das Feuer), (ist das Wissen von dem Wohl und Wehe verschieden).

5. Auch weil, wenn sie (die Ursache des Wissens) vorbanden ist, die Wirkung (Wohl oder Wehe) nicht wahrgenommen wird, (sind Wohl und Wehe vom Wissen verschieden).

6. Weil (Wohl und Wehe) wahrgenommen werden, (auch) wenn verschiedene nicht-inhärirende Ursachen für einen und denselben Gegenstand vorhanden sind, (sind Wohl und Wehe vom Wissen verschieden).

7. In einem (Körper) an einem Theile entstehen die Besonderheiten wie Kopf, Rücken, Leib, Glieder von den Besonderheiten (der Ursachen) derselben.

Quelle:
Die Lehrsprüche der Vaiçeshika-Philosophie von Kaṇâda. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Band 22, Leipzig 1868, S. 383–442, S. 436-438.
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