255. Höhlen bei Kohlstädt.

Mündlich.

[224] Aufwärts von Kohlstädt liegen Höhlen am Walde, davon heißt eine der hohle Stein, die andere der Bielstein; man erzählt, in letzterer stehe in einer Kammer zur Rechten ein großer Tisch, der sei ganz mit Gold bedeckt, welches dem Teufel gehöre; deshalb liegt auch ein Hund unter dem Tische, der es bewacht, und daher hat es bis jetzt noch niemand holen mögen. – In der Nähe dieser Höhlen liegen der große und kleine Todtengrund und die Leichwege.


Ueber den Namen Bielstein vgl. Pröhle, Oberharzsagen, S. 302. In die Nähe des Bielsteins bei Stolberg darf jetzt kein Schäfer kommen, Gott hat dort ein Zeichen gemacht wegen der Abgötterei, die dort getrieben worden ist; Pröhle, Unterharzsagen, Nr. 416. Unter dem Bielstein haben die Wichtelmännerchen ihr Schloß, Lyncker, Nr. 48; auch bei Bielstein in Westfalen liegen[224] Zwerglöcher; mitten aus dem Höllenthal erhebt sich die gewaltige Felsmasse des Bilstein; Lyncker, Nr. 228; vgl. noch Grimm, Mythologie, S. 209, Anm.

Quelle:
Adalbert Kuhn: Sagen, Gebräuche und Märchen aus Westfalen und einigen andern, besonders den angrenzenden Gegenden Norddeutschlands 1–2. Band 1, Leipzig 1859, S. 224-225.
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