Fischbein

[134] Fischbein die hornartigen, schwarzen oder grauen Barden, welche dem Wallfische statt der Zähne dienen. Die obere Kinnlade dieses gewaltigen Thieres ist mit ungefähr 500 solcher Barden besetzt, davon die längsten in der Mitte stehen und gegen 12 Fuß lang sind. Er benutzt dieselben, um damit seine Nahrung zu fangen, indem er das eingeschluckte Seewasser durch die siebförmigen Barden wieder herauspreßt, die darin befindlichen Würmer und Fische aber zurück behält. Ist der Wallfisch getödtet, werden ihm die Barden herausgeschnitten und in besonderen Fabriken gesotten und gerissen und so das Fischbein gewonnen, das hauptsächlich aus Holland, von Bremen, Hamburg, Altona und Kopenhagen zu uns kommt. Herr Schulz in Prag erfand vor ein Paar Jahren eine Methode, Fischbein so zuzubereiten, daß man durch Weben ein den Seidenstoffen ähnliches Zeug daraus verfertigen kann, das sich vorzüglich zu Leib- und Halsbinden, zu Bändern etc. eignet.

B.

Quelle:
Damen Conversations Lexikon, Band 4. [o.O.] 1835, S. 134.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien: