Amaryllis

[281] Das Atelier ist heiß.

Draußen, drunten die andere Welt

Klopft ihre Teppiche, schreit und bellt.

Der Maler, der das wußte, er weiß

Es jetzt nicht mehr. Die Zeit steht still.

Der Pinsel zecht, läuft, zecht, läuft schnell

Und weiter, als er darf und will.

Reglos im Stuhle das schöne Modell

Träumt von sich selber, von Amaryll.

Quelle:
Joachim Ringelnatz: Das Gesamtwerk in sieben Bänden. Band 1: Gedichte, Zürich 1994, S. 281.
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