Parallelabsteckung

[28] Parallelabsteckung ist auszuführen bei Vermessungen zur Umgehung von Hindernissen, bei Absteckung von Grundstücken infolge Teilung (s.d.) und Umlegung und bei Absteckung von Wegen und Gräben.

Eine einfache Methode der unmittelbaren Absteckung im Felde ist Absetzen rechter Winkel mit Winkelspiegel, -prisma oder -trommel und scharfes Abmessen des Abstandes an[28] mehreren Punkten (s. Abstecken). Andre Verfahren gründen sich auf den Sätzen über die Aehnlichkeit der Dreiecke. Nach Fig. 1 und 2 ist z.B. b1 = a1 b : a und q1 = p1 (q + q1) : (p + p1). Parallele Wege und Gräben können nach Andeutung von Fig. 3 in folgender Weise abgesteckt werden: a) mit Hilfe eines kleinen Winkelmeßinstruments: im Wege- oder Grabenknick Messen von 2α und Absetzen von α, bei abgehendem »Wege oder Graben Messen von«; Abstecken von b1 = b : sin α; b) ohne Winkelmeßinstrument: Absetzen von je 5 m vom Knickpunkt aus und Messen von 2s, Absetzen der Winkelhalbierenden, bei abgehendem Wege oder Graben Absetzen von 5 m und Messen von s; Abstecken von b1 = 5b : s. In jedem Falle sind entsprechende Proben zur Sicherung der Abdeckung erforderlich. – Eine besondere Art der Parallelabsteckung findet bei den Katastervermessungen in Württemberg statt [2]; s.a. Stückvermessung.


Literatur: [1] Die bei Geodäsie unter [4]–[12] genannten Werke. – [2] Weitbrecht, Zeitschr. f. Verm. 1890, S. 69 und 129.

(† Reinhertz) Hillmer.

Fig. 1., Fig. 2.
Fig. 1., Fig. 2.
Fig. 3.
Fig. 3.
Quelle:
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 7 Stuttgart, Leipzig 1909., S. 28-29.
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