Halikarnassos

[651] Halikarnassos, im Altertum wichtigste Stadt in Karien, an der Nordküste des Keramischen Meerbusens, wurde von Ioniern aus Trözen gegründet, mit zwei Häfen, drei Zitadellen, deren stärkste Salmakis im N. war, herrlichen Tempeln und dem berühmten Mausoleum, einem der sieben Wunder der Welt. H. gehörte trotz seiner ionischen Sprache anfangs zur dorischen Hexapolis, wurde aber infolge eines Zwistes ausgestoßen. Zur Zeit der persischen Herrschaft schwang sich Lygdamis zum Tyrannen auf, dessen Nachkommen sich nach und nach die Herrschaft über ganz Karien aneigneten. Unter ihnen ist Mausolos, Gatte und Bruder der Artemisia, der bekannteste, nach dessen Tode (353) letztere das Mausoleum (s. d.) erbaute. 334 v. Chr. vermochte Alexander d. Gr. zwar die Unterstadt einzunehmen und zu verbrennen, nicht aber die Burg Salmakis, wo sich die Perser unter Memnon hielten. H. war Vaterstadt der Geschichtschreiber Herodot und Dionysios. Der heutige Name Budrum entstand aus Petronion, wie eine dem heil. Petrus geweihte, im 15. Jahrh. gegründete Johanniterburg hieß. Die Erforschung der Ruinen verdankt man besonders L. Roß (»Reisen auf den Griechischen Inseln«, Bd. 4) und Newton. Vgl. Newton, History of discoveries at Halicarnassus, Cnidus and Branchidae (Lond. 1862) und Travels and discoveries in the Levant (das. 1865, 2 Bde.).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 8. Leipzig 1907, S. 651.
Lizenz:
Faksimiles:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika