[314] Oratorĭum (lat.), Kapelle für Privatandacht oder öffentlichen (bes. in Klöstern), aber nicht pfarrlichen Gottesdienst; dann ein musikal. Drama über biblische Stoffe, Heiligenlegenden oder auch weltliche Sagen im großen Stil mit Chören, Einzelgesang und Orchester; zuerst in Italien durch den Orden der Oratorianer gepflegt, erhielt das O. seine höchste Vollendung durch Händel und durch Bachs »Passionen«. – O. (Priester des O. von Jesus und Maria), Genossenschaft zur Erziehung der männlichen Jugend; drei Häuser, Haupthaus in Paris.