Ente

[568] Ente (Anas), eine Gattung der Schwimmvögel, reich an Arten, über 20 in Europa, mit nach hinten gerichteten Füßen, am Rande des breiten, vorn flachen Schnabels schmale Reihen von parallelen Blättchen. Sie sind über die ganze Erde verbreitet, häufiger im Norden, wo sie wandern, scheu u. vorsichtig, daher schwierig zu jagen. Man theilt sie in 2 Gruppen: a) Enten mit glatter Hinterzehe, tauchen nicht, auf dem Flügel ein metallisch glänzender Spiegel, Fleisch schmackhaft; b) mit belappter Hinterzehe, tauchen auf den Grund des Wassers, Spiegel ohne Glanz, Fleisch unschmackhaft. Zur ersten Gruppe gehören: Die gemeine E., Wildente (A. boschas), das Männchen oben am Kopfe sammtgrün, mit weißem Halsband, grün-blauem, weiß und schwarz eingefaßtem Spiegel, gelbem Schnabel u. rothen Füßen, überall in der nördl. Halbkugel, auf mit Schilf bewachsenen Seen und Teichen. Sie ist in Europa die häufigste Art und eine der wenigen E.n, die im Sommer nicht nach Norden ziehen, sondern bei uns im Schilf, auf alten Weidenbäumen, manchmal selbst auf hohen Bäumen brüten, und ist die Stammrace unserer zahmen E.n, die in der Farbe sehr ausgeartet sind; ihr Fleisch sehr schmackhaft. Die Pfeif-E. [568] (A. Penelope), kleiner, an der Brust weinroth, im Norden, auf der Wanderung häufig bei uns. Die Löffel-E. (A. clypeata), schön gefärbt mit weißer Brust und grünem Kopf und Hals, der Schnabel vorn löffelartig erweitert; in Mitteleuropa u. Amerika. Die Krieck-E. (A. crecca), die kleinste Art, bei uns bloß durchziehend. Die chinesische E. (A. galericulata), die schönste, mit Federbusch am Kopfe, in China Hausvogel. Die Bisam-E., türkische E. (A. moschata), stammt aus Amerika, bei uns häufig gehalten. – Zur 2. Gruppe gehören: Die Sammet-E. (A. fusca), tief schwarz mit weißem Spiegel, im. Norden beider Welten. Die Trauer-E. (A. nigra), der vorigen ähnlich aber kleiner. Die Schellen-E. (A. clangula), Männchen schwarz, unten weiß, im Norden, kommt im Winter zu uns. Die Moor-E. (A. leucophthalmos), braun mit perlfarbigen weißen Augen, nistet auf unseren Teichen und Flüssen. Die Eis-E. (A. glacialis), im hohen Norden. Die Eider-E. (s. d.) – E., figürlich, aus der Luft gegriffene Nachricht von augenblicklichem Interesse, und deßhalb rasch verbreitet, namentlich durch Zeitungen, daher Zeitungs-E.

Quelle:
Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854, Band 2, S. 568-569.
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