|
[271] Wo kriegten wir die Kinder her,
Wenn Meister Klapperstorch nicht wär?
[271] Er war's, der Schmöcks in letzter Nacht
Ein kleines Zwillingspaar gebracht.
Der Vetter Franz, mit mildem Blick,
Hub an und sprach: »O welches Glück!
Welch' kleine, freundliche Kollegen!
Das ist fürwahr zwiefacher Segen!
Drum töne zwiefach Preis und Ehr!
Herr Schmöck, ich gratuliere sehr!«
[272] Bald drauf um zwölf kommt Schmöck herunter,
So recht vergnügt und frisch und munter.
Und emsig setzt er sich zu Tische,
Denn heute gibt's Salat und Fische.
[273] Autsch! – Eine Gräte kommt verquer,
Und Schmöck wird blau und hustet sehr;
Und hustet, bis ihm der Salat
Aus beiden Ohren fliegen tat.
[274] Bums! Da! Er schließt den Lebenslauf.
Der Jean fängt schnell die Flasche auf.
»Oh!« – sprach der Jean – »Es ist ein Graus!
Wie schnell ist doch das Leben aus!«
[275]
Ausgewählte Ausgaben von
Die Fromme Helene
|
Buchempfehlung
Das 1663 erschienene Scherzspiel schildert verwickelte Liebeshändel und Verwechselungen voller Prahlerei und Feigheit um den Helden Don Horribilicribrifax von Donnerkeil auf Wüsthausen. Schließlich finden sich die Paare doch und Diener Florian freut sich: »Hochzeiten über Hochzeiten! Was werde ich Marcepan bekommen!«
74 Seiten, 4.80 Euro
Buchempfehlung
1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.
396 Seiten, 19.80 Euro