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[652] Ein weissagung vom leiden vnd aufferstehung Christi.
1.
Hort zu, jr Christen alle sandt,
von Gott wil ich ietz singen,
Wie er Christ, seinen son, hat gsandt,
seinn willen zu volbringen:
Für die so er jm außerkorn
hat er gesetzt sein leben,
sich in den Todt gegeben,
Daß sie würden auffs new geborn,
die heiligen auff erden
vnnd die hie selig werden.
2.
Er spricht ›die jrem eygen thun
vnd menschen werck nach trachten,
Daß sie da durch kommen zur suhn,
wann sie jr opffer schlachten,
Ich wil verwerffen jre gab,
jrs namens nimmer gdencken,
den meinen wil ich schencken
Das Erb, welchs ich erworben hab
durch mein leiden vnd blute
den glaubigen zu gute.
3.
Drumb wirt der HERR durch mich gepreist,
der mich auch vnderrichtet,
Sein götlich hülff allzeit beweist,
sein recht hand für mich sichtet.
Vor jm bin ich auch immerdar,
des frew ich mich von hertzen,
erlöst von todes schmertzen,
Hinfürter hats mit mir kein fahr,
fürn feinden werd wol bleiben
die sich wölln an mich reiben.
4.
Das grab meinn leib nicht halten mag,
das Er solt drinn verwesen,
Wird aufferstehn am dritten tag
vnd von dem tod genesen,
Gen himel farn in herligkeit
mit grosser freud vnd wonne
vil klarer dann die Sonne,
Zur rechten Gots in Ewigkeyt
in menschlicher gestalte
durch Götlich krafft vnd gwalte.‹
5.
Das gib, HERR, durch dein gnade groß,
daß wir im rechten glauben
Dort werden deine haußgenoß,
da vns kein feind mag rauben,
Da du all freud vnd herligkeyt
vnd das Ewige leben
den glaubigen wirst geben,
Dein heilige dreifaltigkeyt
in deinem thron dort oben
wir Ewig preisn vnd loben.
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