[189] Feilen, Feilmaschinen. Meist werden die Feilen von Hand betätigt; es gibt aber auch mechanisch betätigte Feilen, die als Feilmaschinen bezeichnet werden. Ueber die gleichfalls als Feilmaschinen bezeichneten Shapingmaschinen s. Bd. 8, S. 92. Fig. 1 und 2 zeigen eine Feilmaschine nach Ausführung von Gebr. Thiel, G.m.b.H. in Ruhla (Thüringen), die sich besonders für die Herstellung von Gesenkplatten und Schnitten eignet. Die auf und ab bewegte Feile macht bei den kleineren Maschinen bis zu 350, bei den größeren 120160 Hübe in der Minute; dies ist wesentlich mehr als beim Handfeilen, wodurch sich auch die große Leistungsfähigkeit der Maschinen erklärt. An Stelle der leicht auswechselbaren Feilen kann man auch Sägeblätter einsetzen. Fig. 3 und 4 zeigen die Herstellung einer Schnittplatte; in die volle Platte wird zunächst ein Loch gebohrt, die dann dem Umriß entsprechend eingesägt wird, worauf das Ausfeilen auf der Maschine erfolgt. Wie Fig. 2 zeigt, kann der Tisch mit Hilfe von Skalen[189] schräg eingestellt werden, um den bei den meisten Gesenken erforderlichen Anzug leicht herstellen zu können [1]. Fig. 5 zeigt eine kleine Gesenkfeilmaschine, bei der die Feile einseitig eingespannt ist. Sie macht 720 Doppelhübe von 25 mm Länge und wird durch einen Elektromotor von 1/10 PS. angetrieben [2]. Die Feilmaschine Fig. 6 und 7 (J. Kraecker in Berlin) besitzt eine Kreisteile F von 150÷225 mm Durchmesser und 25 mm Breite und einen nach jeder Richtung verstellbaren Tisch e, um Gehrungen in allen Winkeln bestoßen und Kanten in allen Winkeln abfasen zu können [3].
Literatur: [1] Kurrein, M., Werkzeuge und Arbeitsverfahren der Pressen, Berlin 1919. [2] Werkstattstechnik, Betriebsausgabe, 5. Jahrg., 1918, S. 150. [3] Ebend., S. 143.
A. Widmaier.
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