Lotheißen

[728] Lotheißen, Ferdinand, Literarhistoriker, geb. 20. Mai 1833 in Darmstadt, gest. 19. Dez. 1887 in Wien, studierte in Göttingen und Berlin klassische Philologie, wurde 1859 als Gymnasiallehrer in Büdingen angestellt und ging 1863 nach Genf, um die Mitdirektion einer großen Unterrichtsanstalt zu übernehmen. Von da bereiste er Frankreich, wurde 1870 als Lehrer an eine Oberrealschule in Wien berufen[728] und 1881 dort zum außerordentlichen Professor an der Universität ernannt. Er veröffentlichte: »Literatur und Gesellschaft in Frankreich zur Zeit der Revolution, 1789–1794« (Wien 1872); »Geschichte der französischen Literatur im 17. Jahrhundert« (das. 1878–84, 4 Bde.; 2. Aufl. 1897, 2 Bde.); »Moliere, sein Leben und seine Werke« (Frankf. 1880); »Königin Margarete von Navarra, ein Kultur- und Literaturbild aus der Zeit der französischen Reformation« (Berl. 1885); »Zur Sittengeschichte Frankreichs. Bilder und Historien« (Leipz. 1885). Aus seinem Nachlaß gab Bettelheim heraus: »Zur Kulturgeschichte Frankreichs im 17. und 18. Jahrhundert« (mit biographischer Einleitung, Wien 1889).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 12. Leipzig 1908, S. 728-729.
Lizenz:
Faksimiles:
728 | 729
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika