Gabillon

[248] Gabillon, Ludwig, Schauspieler, geb. 16. Juli 1828 zu Güstrow in Mecklenburg, gest. 13. Febr. 1896 in Wien, sollte sich nach absolviertem Gymnasialkursus dem Studium der Medizin widmen, folgte aber seinem Hang für das Theater und trat 1845 bei der Bethmannschen Gesellschaft in Rostock ein, wo er zuerst dritte Liebhaber spielte. Bald fand er nacheinander Engagements in Schwerin, Kassel und Hannover, gastierte 1853 unter Emil Devrients Leitung in London und im August d. J. als Don Cesar, Schelle und Don Carlos am Burgtheater in Wien. Der Beifall, den er in der letzten Rolle fand, bewirkte, daß er bereits vom Oktober ab für die altberühmte Bühne engagiert wurde, der er bis zu seinem Tode (seit 1875 als Regisseur) angehörte. Gabillons Stärke lag im Charakterfach; seine Darstellungen waren sein und sorgfältig ausgearbeitet. Den bedeutendsten Erfolg errang er als Caligula im »Fechter von Ravenna« und als Hagen in Hebbels »Nibelungen«. Vgl. Helene Bettelheim-Gabillon, Ludwig G., Tagebuchblätter, Briefe, Erinnerungen (Wien 1899). -[248] Seine Gattin Zerline, geborne Würzburg, geb. 18. Aug. 1835 in Güstrow, gest. 30. April 1892 in Meran, debütierte 1850 als Parthenia im »Sohn der Wildnis« in Hamburg, erhielt drei Jahre später ein Engagement am Wiener Burgtheater und verheiratete sich 1856 mit G. Intrigante Frauenrollen, elegante, geistreiche Salondamen spielte sie mit hoher Vollendung. Vgl. Hevesi, Zerline G. (Stuttg. 1894).

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 248-249.
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