Ameisensaure Salze

[401] Ameisensaure Salze, lassen sich leicht durch Sättigung mit den entsprechenden, reinen od. kohlensauren Metalloxyden, od. durch Zerlegung essigsaurer Metalloxyde od. deren Hydrate darstellen, sie sind alle auflöslich. Solche mit alkalischer Basis, das Ammoniaksalz ausgenommen, verwandeln sich trocken erhitzt, unter Schwärzung u. Entwickelung von brennbarem Gas in kohlensaure Salze. Ameisensaurer Ammoniak, durch Sättigung der Ameisensäure mit Ammoniak gewonnen, in prismatischen rechtwinkeligen Krystallen anschießend, von stechendem, salzigem Geschmack, zerfällt beim Erhitzen in Cyanwasserstoffsäure u. Wasser. Ameisensaure Salze der schweren Metalloxyde, hinterlassen unter Entwickelung von Kohlensäure, Kohlenwasserstoff u. Wasser, ein Gemenge von Kohle u. Oxyd, od. reines Metall. Dergleichen im Überschuß mit Silber, Quecksilbersalzen, mit Platin od. Gold, Chlorid erwärmt, schlagen diese Metalle regulinisch nieder, wobei Kohlensäure entweicht. Sie färben Eisenoxydsalze dunkelrothgelb. Ameisensaures Natron, C2HO3, NaO + 2 aq., kann nach Döber einer benutzt werden, um, aufgelöst, Silber, Quecksilber, Palladium, Platin, die es regulinisch fällt, aus ihren Auflösungen u. von andern Metallen zu scheiden. Ameisensaures Quecksilberoxyd, C2HO3HgO, bildet eine, Anfangs syrupähnliche, dann weiße, körnigkrystallinische Masse, die sich bei der geringsten Erwärmung in blendendweißes nadelförmiges Oxydulsalz, C2HO3, Hg2O, umwandelt, das beim Erhitzen in Metall, Ameisensäure u. Kohlensäure zerlegt wird, welches Verhalten ein Erkennungszeichen der Säure abgibt.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 401.
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