Pigmént

[872] Pigmént (lat.), soviel wie Farbstoff (s. Farbstoffe), besonders die im menschlichen Körper auftretenden Farbstoffe. Die Färbung der Regenbogenhaut und der Aderhaut des Auges, der Haut der Neger, der Sommersprossen und gewisser Hautflecke sind abhängig von einem feinkörnigen P., das in den Zellen der betreffenden Organe abgelagert ist. Unter krankhaften Verhältnissen findet sich in vielen Geweben eine Pigmentierung vom lichtesten Gelb durch alle Schattierungen des Orange, Braun und Grün bis zum tiefsten Schwarz entweder in Form einer mehr gleichmäßigen Färbung oder einer herdweisen Ablagerung. Die allgemein verbreitete Pigmentierung der Lungen wird hervorgebracht durch eingeatmete Kohlenpartikelchen. In vielen Fällen rührt das P. direkt oder indirekt vom Blutfarbstoff und dessen Zersetzungsprodukten her und durchtränkt die Gewebe gleichmäßig oder ist als körnige oder kristallinische Masse (Hämatoidinkristalle) abgelagert. Auch das Gallenpigment (Bilirubin) stammt vom Blutfarbstoff ab. Gewisse krankhafte Geschwülste sind regelmäßig stark mit P. durchsetzt (Pigmentkrebse, Melanosarkome). Bei vielen Tieren ist der Farbenwechsel der Haut (Frösche, Eidechsen, Chamäleon, Tintenfische) größtenteils durch Ortsveränderungen, Zusammenballung oder Ausbreitung ihres Hautpigments bedingt. Die entsprechenden Zustände sind hier abhängig vom Licht und vom Nervensystem.

Quelle:
Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 15. Leipzig 1908, S. 872.
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