Gutzkow

[800] Gutzkow, Karl, geb. 17. März 1811 in Berlin, studirte daselbst Theologie u. Philologie, später auch noch Jurisprudenz u. Cameralia; seit 1831 lebte er eine Zeitlang in Stuttgart, mit Beiträgen für das Morgenland beschäftigt, ging von da nach Berlin zurück u. nachher nach Heidelberg u. München, um die Rechte zu studiren, lebte, als er dies aufgegeben hatte, abwechselnd in Leipzig, Berlin, Hamburg u. Frankfurt a.M., redigirte die Zeitschrift Phönix, gerieth aber wegen mehrerer seiner Schriften (bes. des Romans Wally, Manheim 1835, später umgearbeitet als Vergangene Tage, Frankfurt 1852) in eine zwölfwöchentliche Haft zu Manheim, ging, wieder befreit, nach Frankfurt a.M., siedelte 1838 nach Hamburg über, kehrte aber 1842 nach Frankfurt zurück u. ging 1837 als Dramaturg an das Hoftheater nach Dresden; 1848 legte er diese Stellung nieder u. lebt seitdem daselbst ausschließlich mit schriftstellerischen Arbeiten beschäftigt. Er schr.: Forum der Journalliteratur, Berl. 1831, 3 Bde.; Briefe eines Narren an eine Närrin, Hamb. 1832; Maha-Guru, Geschichte eines Gottes, Stuttg. 1833, 2 Thle.; Novellen, Hamb. 1834, 2 Thle.; Nero, Stuttg. 1835; Öffentliche Charaktere, Hamb. 1835; Soireen, Frankfurt 1835, 2 Thle.; Wally, die Zweiflerin, Manheim 1835; Zur Philosophie der Geschichte, Hamburg 1836; Beiträge zur Geschichte der neuesten Literatur, Stuttg. 1836, u. Aufl. 1839, 2 Thle.; Goethe im Wendepunkt zweier Jahrhunderte, Berl. 1836; Blasedow u. seine Söhne, komischer Roman, Stuttg. 1838, 3 Thle.; Götter, Helden, Don Quixote, Hamb. 1838; Die rothe Mütze u. die Kapuze, ebd. 1838; Seraphine, Roman, ebd. 1838; Skizzenbuch, Kassel 1839; König Saul, Hamb. 1839; Börnes Leben, ebd. 1840; Dramatische Werke, 1. Bd. (Richard Savage; Werner), Lpz. 1842; Vermischte Schriften, ebd. 1842–50, 4 Bde.; Briefe aus Paris, ebd., 2 Bde.; außerdem das Trauerspiel Patkul u. das Lustspiel: Ein weißes Blatt; Die gesammelten Werke erschienen in 12 Bdn. 1845 f.; Die dramatischen Werke, 8 Bde., 1842–1854, zum Theil in 2. u. 3. Aufl.; Neue dramatische Werke sind: Die Schule der Reichen (Schauspiel), 1842; Zopf u. Schwert (historisches Lustspiel), 1844; Pugatscheff, Das Urbild des Tartüffe, 1846; Der 13. November (dramatisches Seelengemälde); Uriel Acosta (Trauerspiel) 1847 (hebräisch übersetzt von Rubin); Wullenweber, 1848; Liesli (Volkstrauerspiel), 1850; Ella Rosen (Schauspiel), 1854; Lenz u. Söhne (Lustspiel), 1855; außerdem schr. er noch: Deutschland am Vorabend seines Falls od. seiner Größe, Frankf. 1848; Vor- u. Nachmärzliches, 1850; Neue Novellen (Imagina Unruh, 1849); Die Ritter vom Geiste (Roman), 1850 ff., 9 Thle., 3. Aufl. 1854; Die Diaconissin (Roman), 1855; Der Zauberer von Rom (Roman), 1858 ff. Auch gab er heraus die Zeitschrift Telegraph für Deutschland, Hamb. 1838.–42 u. seit Oct. 1852 die populäre Wochenschrift Unterhaltungen am häuslichen Herd.

Quelle:
Pierer's Universal-Lexikon, Band 7. Altenburg 1859, S. 800.
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