Qualität (qualitas, poiotês ): Beschaffenheit , ist eine der Grundformen der Auffassung , des Denkens von Objecten . Unter den Begriff »Qualität« fällt alles, insofern es nicht bezüglich seines »Daß«, seiner Existenz oder seiner Wesenheit (s. d.), sondern bezüglich seiner es von anderem unterscheidenden ...
Qualität der Empfindung ist die inhaltliche Bestimmtheit der Empfindung , die sie von anderen Empfindungen des gleichen Sinnesgebietes unterscheiden läßt (z. E. rot, Ton C, süß). Die Empfindungsqualität ist an sich etwas Einfaches, wenn sie auch in functioneller Beziehung zu zusammengesetzten ...
Qualität des Gefühls s. Gefühl .
Qualität des Urteils heißt die Beschaffenheit des Urteils , insofern in diesem die Geltung des Prädicats bejaht oder verneint wird (s. Affirmativ Negativ). Schon im Index zu MELANCHTHONS »Erotemata dialectices« (1551) ist van logischer Qualität die Rede. KANT nimmt die Qualität ...
Qualitätensystem s. Qualität der Empfindung .
Qualitativ : auf die Qualität (s. d.) bezüglich. »Qualitative Atomistik « s. Homöomerien .
Quantification des Prädicates (Quantification of Predicat) ist. nach W. HAMILTON im Urteil (s. d.) zu beachten (das Prädicat ist zu quantificieren, in Bezug auf die Quantität zu bestimmen, einzuschränken). Nicht bloß das Subject , auch das Prädicat hat bestimmte Quantität ( Umfang ...
Quantität (quantitas, posotês ): die Eigenschaft des Quantum, der Größe , Menge, Zahl (s. d.). Die »Quantität« ist ein Grundbegriff, der seine Quelle in der Möglichkeit des Zusammenfassens distincter gleichartiger Daten in eine (Rechnungs-) Einheit des Denkens hat. Der Quantitätsbegriff ist ein ...
Quantität der Bewegung , der Materie s. Bewegung , Materie .
Quantität des Begriffs : Umfang (s. d.) des Begriffs . – W. HAMILTON nennt »intensive Quantität « die größere oder geringere Anzahl der Merkmale des Begriffs , »extensive Quantität « den Umfang (Lect. III, p. 141 ff.).
Quantität des Urteils ist die Bestimmung des Urteils in bezug auf den Umfang des Subjectbegriffes, wonach man universale, particuläre, singuläre Urteile (s. d.) unterscheidet. Logik von Port-Royal, II, 3. KANT, Log.. vgl. ÜBERWEG, Syst. d. Log.. BERGMANN, Reine Log ...
Quantitativ : auf Quantität (s. d.) bezüglich.
Quantitative Weltanschauung besteht in der (bloß empirisch-wissenschaftlichen, methodischen oder auch metaphysischen) Zurückführung der Qualitäten (s. d.) der Dinge der Außenwelt auf quantitative Bestimmtheiten und Wesenheiten , insbesondere auf Bewegungen (s. d. und Mechanistische Weltanschauung ). Vgl. Object , Zahl , Atomistik , Materialismus .
Quantitatives Schließen s. Schluß .
Quaternio terminorum heißt der logische Fehler , in den Schluß (s. d.) statt der drei Termini (s. d.), durch Äquivocation, Zweideutigkeit eines derselben, vier Begriffe zu bringen, wodurch die Conclusion falsch wird (vgl. SENECA, Ep. 48). Nach BAIN (Log. 1), SPENCER ...
Quellgeister nennt J. BÖHME die den sinnlichen Qualitäten der Dinge zugrunde liegenden Kräfte , die im »Blitz, des Lebens geboren« werden (Aurora S. 81, 159 ff.). Es gibt sieben Quellgeister: Begierde , Bewegnis, Angstqualität, Feuerblitz, Liebe , Hall oder Schall , Verständnis.
Qui nimium probat, nihil probat : wer zuviel beweist, beweist nichts. Vgl. Beweis .
Quiddität (quidditas von quid? was?): Washeit, ein scholastischer Ausdruck für die Form (s. d.) oder Substanz (s. d.) oder Wesenheit (s. d.) eines Dinges (das »quid est res«). Das Wort wird gebraucht, »pour désigner la forme qui, s'unissant à ...
Quietismus (quies, Ruhe ): Standpunkt der Abkehr vom Lebensgetriebe, des möglichst passiven, ruhigen, affectlosen Verhaltens, der mystischen (s. d.) Versenkung in die Schauung der Seele und (in ihr) des Göttlichen. In diesem Sinne sind Quietisten (Hesychasten) die Buddhisten, Mystiker (s. d ...
Quietiv (quies, Ruhe ), Beruhigungsmittel, den Willen zum Leben Stillendes, ist nach SCHOPENHAUER (ähnlich schon der Buddhismus ) die Einsicht in die Nichtigkeit des individuellen Daseins , die schon in der ästhetischen (s. d.) Intuition zeitweilig vorliegt. »Wenn also der, welcher noch im ...
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»Fanni war noch jung und unschuldigen Herzens. Ich glaubte daher, sie würde an Gamiani nur mit Entsetzen und Abscheu zurückdenken. Ich überhäufte sie mit Liebe und Zärtlichkeit und erwies ihr verschwenderisch die süßesten und berauschendsten Liebkosungen. Zuweilen tötete ich sie fast in wollüstigen Entzückungen, in der Hoffnung, sie würde fortan von keiner anderen Leidenschaft mehr wissen wollen, als von jener natürlichen, die die beiden Geschlechter in den Wonnen der Sinne und der Seele vereint. Aber ach! ich täuschte mich. Fannis Phantasie war geweckt worden – und zur Höhe dieser Phantasie vermochten alle unsere Liebesfreuden sich nicht zu erheben. Nichts kam in Fannis Augen den Verzückungen ihrer Freundin gleich. Unsere glorreichsten Liebestaten schienen ihr kalte Liebkosungen im Vergleich mit den wilden Rasereien, die sie in jener verhängnisvollen Nacht kennen gelernt hatte.«
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