Wachstum der geistigen Energie s. Energie (WUNDT). Vgl. J. H. FICHTE, Psychol. II, S. XX.
Wachtraum s. Traum .
Wahl, Wählen ( proairesis , electio, eligere) ist ein Wollen mit Überlegung (s. d.), mit einem Kampf der Motive (s. d.), ein Bevorzugen (»Lieber-wollen«) eines unter mehreren Motiven , nämlich desjenigen, welches zurzeit den höchsten Wert (s. d.) für das Subject ...
Wahlfreiheit s. Willensfreiheit , Liberum arbitrium.
Wahlreaction s. Reaction .
Wahn : grundloser Glaube , phantastische Einbildung .
Wahnideen (Wahnvorstellungen) sind, nach STÖRRING, »Urteilstäuschungen, die pathologisch bedingt sind« (Psychopathol. S. 297, 329). Vgl. Psychosen , Wahnsinn , fixe Ideen .
Wahnleib : auf pathologischen Störungen beruhende Vorstellung eines abnormen Leibes (z.B. daß man aus Glas sei).
Wahnsinn ist eine geistige Krankheit, bei welcher sich bleibende Wahnvorstellungen bilden und zu einer dauernden Umgestaltung der Persönlichkeit oder deren Beziehungen zur Außenwelt führen (v gl. KRAFFT-EBING, Gr. d. Criminalpsychol. S. 46. Lehrb. d. Psychiatr. 1883). Nach G. H ...
Wahrhaftigkeit (veracitas): Wille zum Wahren. Die »veracitas Dei« wird von DESCARTES als Stütze des Wahrheitsbegriffes (s. d.) betrachtet. Daß Gott nicht lügen kann, betont auch CAMPANELLA (Univ. philos. I, 1).
Wahrheit : vgl. G. W. GERLACH, Hauptmom. d. Philos. S. 104 ff.. STEUDEL, Philos. I 1, 56. HÖFFDING, Psychol. 2 , S. 303 (»Unsere Vorstellungen sind wahr, wenn sie mit möglichst vielen genauen Wahrnehmungen stimmen«).
Wahrheit ( alêtheia, alêthes , veritas, verum) ist ein Normbegriff (s. d.), ein theoretischer Wertbegriff . Die Wahrheit ist keine empirisch vorfindbare Eigenschaft eines Dinges , sie ist auch nicht ein Ding , etwas Selbständiges, Reales , sondern das »Wahr« ist ein Erkenntnischarakter, eine besondere Charakterisierung ...
Wahrheiten, doppelte , s. Wissen .
Wahrheitsbewußtein s. Fürwahrhalten , Glaube .
Wahrheitsgefühl ist ein instinctives, intuitives (nicht begrifflich vermitteltes) Spüren der Wahrheit . – Nach SUABEDISSEN ist das Wahrheitsgefühl »ein unmittelbares, d i. nicht durch ein frei vorschreitendes Verstandesverfahren vermitteltes Bewußtwerden der Wahrheit «. »Es beruhet... auf der Vernunft und ist selbst die sich ...
Wahrheitssinn : Empfänglichkeit für das Wahre, Fähigkeit des richtigen Urteilens. – MAASS definiert: »Sofern der innere Sinn Urteile über das Wahre und Falsche bestimmt, heißt er der Wahrheitssinn « (Üb. d. Einbild. S. 203). Vgl. RÜDIGER, De sensu veri et falsi.
Wahrnehmen s. Wahrnehmung .
Wahrnehmung : vgl. W. ROSENKRANTZ, Wiss. d. Wiss. I, 233 ff. (innere W.). PREYER, Über Empfind. S. 23, 26 f.. J. BERGMANN, Syst. d. Object. Idealism. S. 18 ff.. KÜLPE, Philos. d. Gegenw. in Deutschl. S. 103 ff.
Wahrnehmung ( aisthêsis . perceptio, sensatio. sensation, perception) ist allgemein ein Gewahrwerden, Bemerken, Vorfinden eines Etwas , also identisch mit Bewußtsein (s. d.) überhaupt. Im engeren Sinn e ist ( äußere, sinnliche ) Wahrnehmung (als Act) eine Art des Vorstellens (e r. d.), ein Vorstellen ...
Wahrnehmung , innere oder unmittelbare , ist das psychische Erleben in seiner (concreten) Bewußtheit als solches, als Bewußtseinsvorgang (s. d.), Während durch die »äußere« Wahrnehmung Erlebnisse auf Objecte (s. d.) außer uns bezogen werden, besteht die innere Wahrnehmung , im weitesten Sinne , in ...
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