1. Allzeit frelich ist vmbmöglich. – Stammbuch, 1609; Petri, II, 8; Henisch, 1250; Schottel, 1144b.
2. Allzeit frölich, toll vnd thöricht, selten nüchtern, nimmer weiss, macht manchen graw vnd greiss. – Henisch, 1734; Petri, II, 8.
3. Der hat gut fröhlich sein, dem alles geht glücklich herein.
4. Der kan nicht frölich sein, dem das glück widerig ist. – Henisch, 1250.
5. Es hat einer gut fröhlich sein, wenn es wohlgehet. – Henisch, 1250.
6. Es ist nicht jeder fröhlich, der tanzt.
Dän.: De ere ikke alle glade der dandse. (Prov. dan., 105.)
Frz.: N'est pas toujours aise qui danse. ( Cahier, 481.)
7. Fröhlich in ehren soll (kann) niemand wehren. – Lehmann, 209, 22; Pistor., VI, 72; Sailer, 71; Simrock, 2806; Körte, 1606; Ramann, II. Pred. I, 53; Ramann, Unterr. IV, 12.
8. Frölich geben heist viel vnd wol geben. – Petri, II, 317.
9. Frölich in Ehren mag niemand verkehren. – Petri, II, 317.
10. Frölich sein gibt gut Geblüt. – Henisch, 1250.
11. Frölich seyn vnd alle sache Gott befehlen, ist ein guter Tyrtack1 vnd Hertzstercke. – Petri, II, 317; Henisch, 1250.
1) Tiriak, d.i. Theriak.
12. Frölich vnd lustig seyn, kan niemand verkehren, wanns geschiht in allen Ehren, ob sich schon kein Heller im Seckel läst hören. – Lehmann, II, 177, 52.
13. Immer fröhlich ist selten reich. – Simrock, 2813; Körte, 1608.
14. Macht euch frölich mit dem jhenen dz jr habet. – Tappius, 124b.
Lat.: Quod adest boni consule. (Tappius, 124a.)
15. Mancher ist frölich vnnd sein Hertz erfarts nicht. – Lehmann, 210, 29; Simrock, 2810.
16. Mancher ist so fröhlich beim Haferbrei, als ein anderer beim gebratenen Ei.
17. Mancher kann nicht frölich sein, er stecke denn voll Bier vnd Wein. – Henisch, 1250.
[1217] 18. Offt frölich, selten reich. – Henisch, 1251.
19. Sehr fröhlich ist gefährlich, sehr traurig ist beschwerlich. – Simrock, 2809; Körte, 1607.
20. Sei frölich vnd guter Dinge, sagt der Lahme. – Mathesy, 205a.
21. Sei nur frölich vnd lach nicht, fall die stiegen hinein vnd rumpele nicht. – Lehmann, II, 576, 70; Gruter, III, 8.
Lebe des Glaubens alle mögliche Freiheit zu haben, aber unterstehe dich nicht, sie irgend zu gebrauchen. Du hast Gewissensfreiheit, aber lass dir es nicht in den Sinn kommen, einen Buchstaben der Symbolischen Bücher in Zweifel zu ziehen. Du hast Denkfreiheit, aber du musst niemand sagen, was du denkst u.s.w.
22. Wer fröhlich sein will in jedem Fall, dem wird die Krähe zur Nachtigall.
23. Wer fröhlich und friedlich fährt davon, der wird auch friedsam auferstehen.
24. Wo es frölich vnd recht zugehet, da muss mann alle trumelen schlagen, mit allen Glocken leuten, da werden die Schaff die Wölff hencken vnd die Hüner die Füchs vnnd Marter fressen, do werden die Gänss grosse Eyer legen. – Lehmann, 209, 17.
25. Wo man fröhlich ist, muss man die Worte nicht zählen.
Noch viel weniger auf der Goldwage wägen.
*26. Er ist fröhlich, aber sein Herz erfährt es nicht.
*27. Er ist fröhlich wie ein Floh im Ohr. – Lehmann, 209, 11.
Von denen, die mit ihrer Lust andern Unlust machen.
*28. Er ist so fröhlich, dass er nicht weiss, auf welchem Beine er stehen soll.
Dän.: Saa glad, at han veed ei hvor han vil være. (Prov. dan., 240.)
*29. Fröhlich wie ein Krakauer. – Reinsberg VI, 77.
*30. Fröhlich, wenn ich kann, traurig, wenn ich muss; jenes lacht mich an, dieses ist Verdruss. – Gerlach, 35.
*31. Immer fröhlich sein, bringt Mangel.
*32. Fröhlich wie eine Atzel. – Horn, Spinnstube, 1859, S. 161.
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