O , der funfzehente Buchstab des Deutschen Alphabetes, und der vierte unter den Selbstlautern, welcher mit einer runden Öffnung des Mundes ausgesprochen wird. Es hat im Hochdeutschen nur einen einzigen Laut, welcher aber bald gedehnt ist, wie in Tod, roth, schon ...
1. O! ein Zwischenwort, welches sehr lang ausgesprochen wird, und ein Zeichen des Stillehaltens ist. So ruft man den Pferden vor dem Wagen, wenn sie stille stehen sollen, zu: O! wo man es auch wohl Oh zu schreiben, und im ...
2. O! ein Empfindungslaut, welcher der natürliche Ausdruck zunächst der Verwunderung, hernach aber auch fast aller lebhaften Gemüthsbewegungen mit allen ihren Schattirungen und Unterarten ist. 1) Der Verwunderung, so wohl der Verwunderung überhaupt. O, wie groß das ist! O, welch ...
1. * Ob , eine im Hochdeutschen veraltete Partikel, welche noch im Oberdeutschen üblich ist, wo sie dem nied (S. Nieden) entgegen gesetzet ist, und in doppelter Gestalt vorkommt. 1) Als ein Nebenwort des Ortes, für das Hochdeutsche oben, S. dieses Wort ...
2. Ob , ein Bindewort, welches überhaupt einen Zweifel, eine Ungewißheit begleitet, und in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. 1. Einen eigentlichen Zweifel, eine eigentliche Ungewißheit zu begleiten, wo es alle Mahl im Nachsatze stehet, und solche Zeitwörter vor sich hat ...
Der Ob-Stand , des -es, plur. car. der Widerstand, von der alten Partikel ob, S. 1 Ob. Es kommt im Hochdeutschen nur selten vor. Glaubst du es nun bald, daß ich ihr festen Obstand gehalten habe? Less. Obschon noch nicht ...
Die Ob-Statt , plur. car. ein gleichfalls nur zuweilen in der Bedeutung des vorigen, für Widerstand übliches Wort, wo es auch nur mit dem Zeitworte halten gebraucht wird. Jemanden die Obstatt halten, ihm Widerstand leisten. Frisch leitet es aus dem ...
* Die Obacht , plur. car. ein nur in den gemeinen Sprecharten für Achtung, Aufsicht, übliches Wort; von dem Oberdeutschen Vorworte ob, auf, über, und Acht. Etwas in Obacht nehmen, in Acht, ingleichen es wahrnehmen. Obacht auf etwas geben, Achtung geben, aufmerken ...
Obbemeldet , Obbenannt , Obberührt , Obbesagt , S. 1 Ob.
Das Óbdách , des -es, plur. die -dcher, eigentlich ein Dach über etwas. Figürlich wird es im Oberdeutschen häufig für einen bedeckten Ort, ingleichen für einen bedeckten Aufenthalt, eine Herberge gebraucht, in welcher Bedeutung es auch wohl in der edlern ...
Der Obelísk , des -en, plur. die -en, ein aus dem Griechischen entlehntes Wort, eine hohe viereckige Pyramide mit einer kleinen Grundfläche zu bezeichnen. Weil sie gemeiniglich zur Pracht errichtet werden, so hat man dieses Wort durch Prachtkegel zu geben versucht ...
Oben , ein Nebenwort des Ortes, der Höhe nach, mehr von der Oberfläche der Erde, oder von ihrem Mittelpuncte entfernet, im Gegensatze des unten und nieden, ingleichen auf der Oberfläche, d.i. der von dem Mittelpuncte der Erde am weitesten ...
Obenein und Obenhin , S. das vorige.
Ober , das Beywort des vorigen Nebenwortes, welches, Einen Fall ausgenommen, in der adverbischen Form nicht üblich ist, und im Comparat. oberer, und im Superlat. oberste hat, was oben ist, im Gegensatze des unter. 1. Eigentlich, wo es nicht schlechthin von ...
Der Ober-Admirāl , des -es, plur. die -rale, der oberste Admiral unter mehrern. In England ist der Admiral von der rothen Flagge zugleich Ober-Admiral. Bey den neuern Schriftstellern des Naturreiches sind der Ober-Admiral und Unter-Admiral gewisse sehr ...
Der Ōber-Capellān , oder Ober-Caplan des -es, plur. die -äne, der oberste Capellan unter mehrern, welcher am häufigsten Archi-Diaconus genannt wird.
Das Ōber-Commándo , plur. des -s, S. Oberbefehl.
Der Ōber-Constābler , des -s, plur. ut nom. sing. auf den Kriegsschiffen, der oberste Constabler, welcher das Commando und die Aufsicht über die Constabler auf dem Schiffe hat.
Ober-Deutsch , oder Oberdeutsch , adj. et adv. in Ober-Deutschland einheimisch, daher kommend, in demselben befindlich; im Gegensatze, des Niederdeutsch. In engere Bedeutung auch zum Unterschiede von dem Hochdeutsch, S. das letztere. Die Oberdeutsche Sprache oder Mundart, welche in Ober ...
Ober-Deutschland , -es, plur. car. der obere oder höhere, d.i. näher nach dem Gebirge zu gelegene südliche Theil Deutschlandes, welcher in dem Deutschen Staatsrechte auch die Lande des Schwäbischen Rechtes genannt wird; im Gegensatze Nieder-Deutschlandes, wozu in diesem ...
Buchempfehlung
Die beiden »Freiherren von Gemperlein« machen reichlich komplizierte Pläne, in den Stand der Ehe zu treten und verlieben sich schließlich beide in dieselbe Frau, die zu allem Überfluss auch noch verheiratet ist. Die 1875 erschienene Künstlernovelle »Ein Spätgeborener« ist der erste Prosatext mit dem die Autorin jedenfalls eine gewisse Öffentlichkeit erreicht.
78 Seiten, 5.80 Euro
Buchempfehlung
Zwischen 1804 und 1815 ist Heidelberg das intellektuelle Zentrum einer Bewegung, die sich von dort aus in der Welt verbreitet. Individuelles Erleben von Idylle und Harmonie, die Innerlichkeit der Seele sind die zentralen Themen der Hochromantik als Gegenbewegung zur von der Antike inspirierten Klassik und der vernunftgetriebenen Aufklärung. Acht der ganz großen Erzählungen der Hochromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe zusammengestellt.
390 Seiten, 19.80 Euro