Der Rabenvater , des -s, plur. die -väter, S. Rabenart.
Der Rabenvierer , des -s, plur. ut nom. sing. S. Rabenhäller.
Der Rabisch , des -es, plur. die -e, ein in dem Meißnischen Bergbaue ehedem sehr übliches Wort, ein Kerbholz zu bezeichnen, worauf die Rechnungen an- und abgeschnitten wurden, welches aber mit der Sache selbst veraltet. Nicht vom herab wischen, wie Frisch ...
Der Rabulist , des -en, plur. die -en, ein geschwätziger und dabey ränkvoller Sachwalter, welcher den Sinn des Gesetzes nach seinem Vortheile zu drehen weiß; ein Zungendrescher. Daher die Rabulisterey, ränkvolle Geschwätzigkeit. Es ist aus dem mittlern Lat. rabulare, viel leeres ...
Der Rabzahn , S. Raffzahn.
Die Ráche , plur. car. 1) In engerer Bedeutung, die Begierde, das uns angethane Unrecht an dem Beleidiger zu ahnden oder geahndet zu sehen, dessen Zufügung, und das Übel selbst, welches ihm auf solche Art zugefüget wird. Vor Rache glühen. Auf ...
* Die Ráchel , plur. die -n, ein besonders in Meißen übliches Wort, eine Furche, oder einen Riß in dem Acker zu bezeichnen. Das Wasser hat viele Racheln in dem Boden gemacht.
Rchen , verb. reg. et irreg. act. welches im letztern Falle, im Mittelw. gerochen, im Imperat. aber räche hat, ein begangenes Unrecht an dem der es begangen hat, ahnden; mit der vierten Endung der Sache. 1) Im weitesten Verstande, da ...
Der Ráchen , des -s, plur. ut. nom. sing. 1) Eigentlich, der untere Theil des geöffneten Schlundes bey dem Anfange der Luft- und Speiseröhre, und in weiterer Bedeutung der Schlund selbst; doch gemeiniglich nur von dem geöffneten Schlunde der größern Thiere ...
Der Rcher , des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Rächerinn, eine Person, welche das begangene Unrecht zu ahnden sucht; besonders in der weitern Bedeutung und höhern Schreibart, wo es denn vornehmlich von einer das Unrecht bestrafenden Person gebraucht ...
Die Ráchgier , plur. car. die Gier, oder heftige ungeordnete Begierde, sich zu rächen, d.i. eine empfangene Beleidigung durch Gegenbeleidigungen zu vergelten.
Ráchgierig , -er, -ste, adj. et adv. Rachgier habend, an den Tag legend, und in derselben gegründet. Ein rachgieriger Mensch. Ein rachgieriges Betragen. Ehedem auch rachselig.
Die Ráchgierigkeit , plur. car. die Fertigkeit sich der Gegenbeleidigungen zu befleißigen, eine zur Fertigkeit gewordene Rachgier.
Der Ráchgrimm , des -es, plur. car. eine mit Grimm verbundene Rachgier. Daher rachgrimmig, Rachgrimm empfindend, darin gegründet.
Das Ráchschwrt , des -es, plur. die -er, ein zur Rache, d.i. zur Bestrafung des Verbrechens, bestimmtes Schwert. Figürlich werden in der Deutschen Bibel alle Strafgerichte Gottes sein Rachschwert genannt.
Die Ráchsucht , plur. car. die Sucht, d.i. eine lange anhaltende heftige Begierde, sich zu rächen, die Rachgier, als eine anhaltende Leidenschaft betrachtet. Daher rachsüchtig, Rachsucht habend, und darin gegründet.
Der Rack , des -es, plur. die -e, S. das folgende.
1. Der Racker , des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Gegenden, ein Nahme der Mandelkrähe, oder Goldkrähe, welche in andern blaue Rake, Galgenrekel, Galskregl genannt wird. In andern Gegenden wird die Dohle Rayke und Ruchert genannt. In Oberdeutschland heißt ...
2. † Der Racker , des -s, plur. ut nom. sing. in den niedrigen Sprecharten, ein Hund im verächtlichen Verstande. Entweder als Ein Wort mit dem folgenden, da es denn eigentlich einen Hund, der dem abgedeckten Viehe nachgehet, bedeuten würde, oder auch ...
3. † Der Racker , des -s, plur. ut nom. sing. 1) In den niedrigen Sprecharten, besonders Nieder-Deutschlandes, der Abdecker oder Schinder, und in weiterer Bedeutung auch der Henker oder Henkersknecht, ingleichen der Kloakräumer; beydes im verächtlichen Verstande. 2) In eben ...
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